Die Entwicklung des MMOG

Heutzutage reicht es den meisten Spielern nicht nur zu Hause alleine oder mit Freunden Videospiele zu spielen. Sie sind auf der Suche nach Abenteuern, die sie in größeren Gruppen und mit zum Teil völlig fremden Menschen bestreiten können. Das Internet und seine zahlreichen Angebote an MMOGs (Kurzform für: Massively Multiplayer Online Game oder auch: Massen-Mehrspieler-Online-Gemeinschaftsspiel) bietet für diese Abenteuer absolute Grenzenlosigkeit. Egal ob Action, Fantasy oder Strategie. Das vielfältige Angebot an Spielen lockt immer mehr Menschen ins Netz und somit in die weiten, virtuellen Spielwelten. Wie der Name Massively Multiplayer schon sagt, trifft man auf dem Weg durch die riesigen Online-Welten auf jede Menge andere Spieler, denen man sich entweder anschließen und zusammen auf Reisen gehen, durch einen Chat kommunizieren, handeln oder gegeneinander antreten kann. Auf diesem Spielprinzip beruhen die ersten MMOGs überhaupt.

Die ersten MMOGs
Mitte der 90er Jahre kam mit Neverwinter Nights eines der ersten Online-Rollenspielen auf den Markt und somit kam die Welle der unterschiedlichen Arten von MMOGs ins Rollen. Erstmals konnten bis zu tausend Spieler gleichzeitig miteinander spielen und interagieren. Heute ist der Zahl an Spielern keine Grenzen mehr gesetzt. Da ein Spiel meistens auf mehreren Servern spielbar ist und diese Server erst mit mehreren tausend Spielern ausgelastet sind, können viele Menschen zur gleichen Zeit ein bestimmtes Spiel spielen. Hierbei ist es sogar möglich, dass Spieler von verschiedenen Servern miteinander interagieren können.

Kommunikation bei MMOGs
Um sich mit anderen Spielern und Mitstreitern zu unterhalten und bessere Boss- oder Gewinntaktiken auszutauschen, bieten sowohl die Spiele selbst oder das Internet zahlreiche Angebote an Kommunikationsmöglichkeiten. Da gibt es zum einen, meist kostenlos zum Download verfügbare Messenger (ICQ, MSN bzw. Windows Live, Skype, Teamspeak), bei denen es möglich ist, sowohl schriftlich als auch über Headset zu chatten oder reden. Teamspeak gehört hierbei zu einem der bekanntesten, da sich auf den vom Spieler eigens angelegten Servern, mehrere Personen gleichzeitig aufhalten, reden oder zuhören können. Die dafür angelegte Push-2-Talk-Funktion (Drücke zum Reden), macht es dem Spieler zusätzlich leichter während des Spieles zu reden um den Spielfluss nicht zwingend zu unterbrechen. Eine andere Art der Kommunikation bietet Xfire. Bei Xfire ist es nicht nur möglich zu chatten, sondern kann Spiele per Videofunktion aufnehmen, oder direkt einen Livestream zum Spiel herstellen, um Zuschauer zu erhalten oder Tipps und Tricks auszutauschen.

Arten von MMOGs
Die typischste Form des MMOGs, so wie es viele kennen, ist das Rollenspiel (auch MMORPG: Massively Multiplayer Online Role-Playing Game oder: Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel genannt), bei dem sich der Spieler eine oft selbsterstellte, virtuelle Figur erschafft und mit ihr Aufgaben löst oder Gegner besiegt. Dabei sammelt die Figur des Spielers meistens Erfahrungspunkte oder Gegenstände wie Ausrüstungen und Waffen um noch stärker zu werden. Es ist ebenfalls in vielen verschiedenen MMORPGs möglich, den virtuellen Spielfiguren neue Attacken beizubringen. Eines der berühmtesten MMORPGs ist World of Warcraft, welches durch seine hohe Anzahl an Abonnenten zu den meist gespielten MMORPGs zählt.

Trailer – World of Warcraft: Untergang des Lichkönigs

Screenshots – World of Warcraft


Strategie- oder sogenannte Aufbauspiele, basieren auf dem Aufbau eigener Mannschaften, Armeen, Kampfbasen oder Welten mit denen man den Spielfluss individuell gestalten kann. Oft ist es so, dass man sich gewisse Basen erst erstellen kann, wenn nötige Ressourcen wie zum Beispiel Geld oder dem Spiel angepasste Materialen gesammelt und verarbeitet werden, sodass allein das Sammeln einen Großteil des Spiels darstellt. Ein gutes Beispiel für so ein Strategie- und Aufbauspiel ist Command and Conquer, bei dem der Spieler seine eigene Basis erst durch das Sammeln von Erzen aufbauen und durch Elektrizität in Betrieb nehmen kann. So ist es dem Spieler selbst überlassen sich die beste Taktik, um einen Spielzug zu gewinnen, zu überlegen. Diese Art von MMOGs ist oft bei Meisterschaften vertreten, bei denen sich die Besten der Besten ein Platz auf dem Treppchen erzocken.

Screenshots – Command and Conquer 3


Auf virtuellen Schlachtfeldern oder sogenannten MMOFPSs, (Kurzform für: Massive Multiplayer Online First-Person Shooter oder: Massen-Mehrspieler-Online Ego-Shooter) bewegen sich Spieler aus der Sicht der eigenen Spielfiguren und erledigen ihre Gegner meist durch gekonntes Zielen mit Maus und Tastatur. Bei diesen Spielen geht es also weniger um das Sammeln von Ressourcen oder Erfahrungspunkten für den Aufstieg sondern lediglich um das direkte Siegen über den Gegner. Zu den bekanntesten Beispielen gehören hier PlanetSide und PlanetSide 2, zwei Science-Fiction-Spiele in denen es darum geht, feindliche Basen zu erobern. Allerdings gehört zu den Spielen wieder das Sammeln von Erfahrungspunkten und Ausrüstungsgegenständen zur Stärkung dazu, was bedeutet, dass sie wesentliche Rollenspielcharakteristiken beinhalten.

E3 2012 Trailer – PlanetSide 2 Empires at War

Screenshots – PlanetSide 1 & 2


Spieldauer und Spielverhalten
Viele MMOGs nehmen gerade wegen den wesentlichen Inhalten, in denen es darum geht Erfahrungspunkte oder ähnliches zu sammeln, sehr viel Zeit in Anspruch.

So wird der Spieler nicht nur dazu gebracht mehrere Stunden mit einem Spiel zu verbringen sondern, in manchen Spielen ist es sogar üblich, dass bestimmte Aufgaben (im Gaming-Jargon auch “Quests” genannt) täglich nur einmal gelöst werden können und der Spieler somit zum täglichen Spielen angehalten wird. Dem Spieler wird also weis gemacht, dass er nur durch mehrstündiges, mehrtägiges oder manchmal über Monate und Jahre langem Spielen, einen hochentwickelten und starken Charakter erschaffen kann. Zudem kommt, dass manche MMOGs gar kein richtiges Ende besitzen und dem Spiel somit kein gewolltes Ende gesetzt wird. Dadurch ist dem Spieler selbst überlassen, wie viel Zeit er mit dem jeweiligen Spiel verbringt. Aus dem dabei, für den Spieler entstehenden Druck, kann sich sogar eine Sucht entwickeln, die im schlimmsten Fall eine Vernachlässigung des eigenen, wahren Lebens mit sich zieht.

Client- und Browser MMOGs
Für MMOGs die einen Client benötigen (beispielsweise World of Warcraft), wird zunächst ein Programm auf dem Computer installiert, um das eigentliche Spiel überhaupt spielen zu können. Nachteile können hierbei sein, dass man nur auf Computern spielen kann, auf denen dieser Client auch heruntergeladen und auf den jeweiligen Standpunkt oder das jeweilige Update gebracht wurde.

Anders sind da Browser MMOGs, sie können von beliebigen Computern mit Internet und einem Web-Browser gestartet und gespielt werden.

Durch die Vielfalt und die ständige Weiterentwicklung werden MMOGs an ständiger Beliebtheit zunehmen und in Zukunft wird es, obwohl die Möglichkeiten jetzt schon grenzenlos erscheinen, sicher noch mehr Spiele geben, die noch breitere Massen ansprechen.